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Es war im August 1987; da zeigte sich das alte und verbriefte Markstädtchen Haslach in Festtagskleid, feierte man doch ein ganzes Wochenende einen Geburtstag, den eines großenen Sohnes der Stadt, den 150. Geburtstag von Heinrich Hansjakob.
Nicht nur Katholischer Pfarrer und Schwarzwälder Volksschriftsteller war er, der am 19. August 1837 im damaligen Gasthaus "Sonne" geboren worden war, er hatte sich auch mit viel Engagement für den Erhalt der Schwarzwälder Volkstrachten eingesetzt, dies unmittelbar vor der Jahrhundertwende, zu einer Zeit, in der es um diese Volkstrachen nicht mehr so gut bestellt war. Dies mag auch in seiner Vaterstadt Haslach so gewesen sein, hier, wo sich auch zu seiner Kindheit noch viele Frauen traditionell gekleidet hatten, die Bürgerinnenkleidung trugen
Während sich also im August 1987 das Städtchen den vielen Besuchern im Festgewande zeigte, präsen- tierten sich beim Festakt im Alten Kapuzinerkloster einige Haslacherinnen zusammen mit Waltraud Beier in der Kleidung der Haslacher Bürgerinnen des 19. Jahrhundert. Was schon einige Zeit im Städtchen "die Runde" gemacht hatte, das war nun wieder belebt worden. Die längst abgegangene Kleidung aus Hansjakobs Kindheitsjahren war wieder belebt worden, erlebte ihre Renaissance.
Einer langen Suche nach den Ursprüngen hatte es nicht bedurft, denn die Beweise für diese Bürgerinnenkleidung von der Haube bis zum Kleid lieferte "frei Haus" der unglückliche, aber begabte Haslacher Maler Carl Sandhaas (1801-59), sowie sein Zeitgenosse Louis Blum (1822-54).
In zahlreichen Porträts Haslacher Bürgersleute fand sich immer wieder die Darstellung der Bürgerinnenkleidung und anhand dieser vielseitigen Hinweise, als auch die Überlieferungen von Maria Schaettgen (†2000), konnte die Tracht originalgetreu rekonstruiert werden. Recht schnell hatte da Waltraud Beier, die unermüdlich trotz mancher "äußerer Widerstände" die Sache angegangen hatte, einige Frauen um sich "gescharrt" und es verstanden, diese für diese Kleidung, die sie als "Bürgerinnentracht" bezeichnet, zu begeistern.
Mit dem Hansjakobfest erlebten somit die Haslacher Bürgerinnen ihre "Feuertaufe" und Haslach erhielt ein Stück Alt-Hasle aus der Zeit des 19. Jahrhunderts zurück. Inzwischen schlossen sich die Bürgerinnen der 1990 wiedergegründeten Haslacher Bürgerwehr an und sind seitdem zusammen mit dieser Botschafter des Städtchens auch außerhalb seiner Mauern, bei Trachtenfesten, Bürgerwehrtreffen und manch anderen Festlichkeiten.
Heinrich Hansjakob hätte sicherlich seine Freude gehabt...
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